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Sonnige Grüße aus OZ

ANZEIGE// Wir sind in Australien – endlich! Nach aufregenden und super tollen 2 1/2 Monaten auf der Nord- und 11 Tagen auf der Südinsel Neuseelands (alle Beiträge dazu findet ihr in der Kategorie „Travel“) sind wir an vergangenem Samstag in Australien gelandet, wo wir den letzten Teil unseres Reiseabenteuers verbringen werden. Es geht hier innerhalb der nächsten 29 Tage zunächst an viele verschiedene Orte an der East Coast bis hoch nach Cairns und zuletzt noch nach Sydney. Sonnige Grüße aus OZ weiterlesen

Auckland bei Nacht

Wie ihr auf Instagram vielleicht mitbekommen habt, sind wir mittlerweile wieder zurück in Auckland Central, wo wir die letzten Tage bis zum Flug auf die Südinsel verbringen. 

Zusammen mit zwei anderen Backpackermädels sind wir bei einem Couchsurfinghost untergekommen und fühlen uns dort super wohl. Er hat innerhalb der letzten Jahre schon über 100 (!) Backpacker gehostet. Am Sonntag hat er uns auf eine Sightseeingtour mitgenommen, auf der er uns drei wunderschöne Strände in der Umgebung Aucklands sowie die Nightmarkets in Glenfield gezeigt hat. Wir haben so viel tolles gesehen und erlebt und sind unserem Host wirklich super dankbar dafür, dass er seine Zeit und seinen Sprit für uns „geopfert“ hat, um uns einen tollen Tag zu bereiten.

Wir hatten also wirklich Glück, dass unser Host sich als „Hobby-Travelguide“ entpuppt hat. Das Highlight an der ganzen Sache ist jedoch dass er in einem hübschen kleinen Apartment wohnt. In einem Hotel. Vier Sterne. Mit Dachterrasse. Inklusive Pool. Ja, ja, ja, ihr habt richtig gelesen! Wir waren im Vorfeld schon total hyped deswegen, aber als wir am Samstagabend dann wirklich dort oben waren – wow!

Auckland bei Nacht ist einfach der Hammer und die Dachterrasse bietet einen absolut fantastischen Ausblick darauf. Auf der einen Seite ist der SkyTower zu sehen, der 328 Meter in den Himmel ragt, auf der anderen die hohen Bürogebäude mit ihren gläsernen Fassaden, die hell erleuchteten Straßen und die vorbeifahrenden Autos, die sich im Glas spiegeln und vereinzelt auch ein paar wenige Menschen auf den Gehwegen. Im Hintergrund lässt sich der Hafen mit den unzähligen Segelbooten erahnen, doch genaue Strukturen sind nicht erkennbar, das Wasser wirkt tiefschwarz. Die riesige Autobrücke und die Gebäude, die sich im Wasser spiegeln, würden das perfekte Postkartenmotiv ergeben. Egal wohin man sieht: Gold, Gelb, Rot, Blau; Glitzer, Glanz und Schimmer: Millionen von Lichtern, absolut magisch!

So richtig perfekt machte diese Szenerie an diesem Abend der Vollmond, welcher hoch am Himmel stand. Die Bühne war ganz seine, denn es waren kaum Sterne am Himmel zu sehen. Weiß-graue Wolken zogen in Schlieren am Mond vorbei, was die mystische Wirkung der Szene noch verstärkte.

Die Geschichten und Erzählungen über den Vollmond scheinen wahr zu sein: Ich fühlte mich von seinem Licht magisch angezogen, musste ihn einfach immer wieder anstarren, war wie hypnotisiert. Er ließ die hohem Gebäude unter ihm erstrahlen und noch beeindruckender wirken.

Wir waren seitdem natürlich nochmal dort oben und wieder war ich absolut fasziniert von der traumhaften Aussicht, konnte auch diesmal nicht genug davon bekommen. Wenn ich dort oben stehe, bin ich komplett auf die Stadt unter mir und um mich herum fokusiert. Ich lasse meinen Blick immer und immer wieder langsam über das nächtliche Auckland schweifen, halte ab und zu inne, um alles aufzusaugen und lasse ihn dann weiter wandern… Den Gesprächen meiner Freunde lausche ich zwar nebenbei, doch ich beteilige mich nicht groß daran. Lieber möchte ich die Aussicht genießen, mich vollkommen darauf konzentrieren. 

Diese glitzernde, funkelnde Skyline, in strahlendes Mondlicht getaucht, zieht mich jedes Mal einfach sofort in ihren Bann, fesselt mich, lässt mich die Zeit vergessen. Ich könnte die ganze Nacht dort stehen, würde es nicht nach einiger Zeit ganz schön kalt werden. Bei jedem Schritt, den ich mich schließlich von der Dachterrasse in Richtung Aufzug entferne, dreht sich mein Kopf fast schon automatisch nocheinmal, um so lange wie möglich einen Blick auf die Skyline zu haben.

Heute Abend ging es noch ein letztes Mal dort hoch, in weniger als 12 Stunden heißt es dann entgültig „Goodbye Auckland, goodbye Nordinsel“. Denn wir fliegen morgen nach Christchurch, wo wir 11 Tage verbringen werden. Das ist zwar leider nicht sonderlich lange, aber wenigstens haben wir dann einen kleinen Teil der Südinsel gesehen und das ist schließlich besser als gar nichts, zumal der Trip dorthin eigentlich gar nicht eingeplant war. Aber nachdem uns gefühlt jeder Neuseeländer, den wir getroffen haben, gesagt hat, dass die Südinsel landschaftlich noch schöner und faszinierender sei als die Nordinsel, konnten wir gar nicht anders als umzuplanen und vor Australien noch auf die Südinsel zu fliegen.

Wir sind auf jeden Fall sehr gespannt auf Christchurch und die Umgebung und natürlich auch auf unsere Gastfamilie dort. Ich werde euch natürlich auf dem Laufenden halten! 

Heute haben wir noch den letzten Tag und Abend mit den anderen Backpackermädels genossen und werden jetzt schlafen gehen. Schließlich müssen wir morgen fit sein, da dann der letzte kleine Teil unserer Neuseelandreise beginnt. Krass, wie schnell die Zeit im Endeffekt doch vergeht… 

232 Meter über dem Meer

Es gibt unzählige wunderschöne Orte auf der Welt – ein Leben ist viel zu kurz, um sie alle zu besuchen. Ich habe zur Zeit das Glück und das Privileg, herumreisen und viele dieser Orte entdecken zu dürfen. Jeder davon hat seinen eigenen Charme, und seine Art, mich zu faszinieren, zu beeindrucken, mir den Atem zu rauben. Einer davon hat sich ganz besonders tief in meine Erinnerung gebrannt: Die Spitze des Mount Maunganui, einem 232 Meter hohen Berg, der seit 2,35 Millionen Jahren über Tauranga in der heutigen Region Bay of Plenty thront. Letzten Samstag haben wir uns bei über 20 Grad und Sonnenschein bis ganz nach oben gekämpft – und wurden reichlich belohnt. Die Aussicht war absolut fantastisch, atemberaubend, fast schon surreal. Wir haben glaube ich so ziemlich den besten (und auch gefährlichsten) Platz entdeckt, um uneingeschränkte Sicht auf die Stadt, den Strand und das Meer am Fuße des Berges zu haben. Ich war so gefesselt von dem Anblick, dass ich gar nicht mehr gehen wollte. Ich kann mich jetzt noch vor meinem inneren Auge sehen: Ich stehe einfach nur da, auf dieser felsigen, ungesicherten Aussichtsplattform und genieße die fantastische Aussicht. Schaue mir alles an, einfach alles. Die Häuser und Straßen der Stadt, die wie ein Spielzeugmodell wirkt. Den ewig langen Sandstrand, voll mit Menschen, die von oben so winzig aussehen, an Stecknadelköpfe erinnern. Das weite Meer, welches in der Sonne glitzert und in zig verschiedenen Tönen von Hellblau über Türkis bishin zu sattem Dunkelblau schimmert. Ich kann den Wellen beim Entstehen zusehen. Das Wasser erscheint ruhig, doch dann, plötzlich, bildet sich weißer Schaum darauf und verwandelt sich in eine Welle, die immer weiter wächst und wächst, dann endlich den Strand erreicht und über dem Sand zusammenbricht. Das Wasser zieht sich zurück und das Schauspiel beginnt von vorne. Ich lasse meinen Blick weiter wandern, zu den zerklüfteten Felsen, umgeben von Wasser. Die meisten sind komplett davon bedeckt, doch einige der höheren Felsen durchbohren die Wasseroberfläche, ragen darüber hinaus. Mein Blick trifft die Boote und kleinen Schiffe, die unterwegs sind. Die Menschen an Bord sind nicht erkennbar, dafür sind sie einfach zu weit weg. Ich schaue noch weiter in die Ferne, doch kann kaum etwas sehen. Den Umriss eines einzelnen Berges, der Rest ist in Wasserdampf gehüllt, der dicht ist wie Nebel und den Anschein erweckt, es gäbe dahinter weder Meer noch Himmel. Mein Blick schweift wieder über das Wasser und die Wellen, wandert immer weiter nach hinten, bis er den Horizont erreicht. Die Linie, die Wasser von Himmel trennt, ist hier klar erkennbar – dunkelblau, präzise. Hier ist alles klar, keine Wand aus Wasserdampf, die den Blick trübt.

Ich richte mein Augenmerk wieder auf die Spielzeugmodell-Stadt, beobachte ein weiteres Mal das ferne Treiben am Strand und die Entstehung der Wellen. Mein Blick fällt wieder auf die Felsen. Diesmal durchbohre ich sie fast mit meinem Blick, versuche, mir alles einzuprägen, jede einzelne Felsformation, jedes noch so kleine Detail. Noch immer sind zahlreiche Boote und Schiffe im Wasser unterwegs. Wohin ihre Reise wohl geht? Ich lasse meinen Blick weiter wandern und konzentriere mich, um die fernen Berge diesmal besser erkennen zu können. Keine Chance, der Wasserdampf ist einfach zu dicht. Doch näher Richtung Strand ist die Horizontlinie nach wie vor klar erkennbar.

Diesen Prozess der Beobachtung und Einprägung wiederhole ich noch einige Male. Doch leider bleibt die Zeit bekanntlich nicht stehen und wenn wir unseren Bus erwischen wollen, sollten wir uns so langsam auf den Rückweg machen. Ich bewege mich langsam rückwärts und beobachte, wie Stadt, Strand und Meer mit jedem Schritt, den ich mich von ihnen entferne, näher zu kommen scheinen. Ein letzter Blick, ein letztes Mal Aufsaugen dieses wunderschönen Anblickes, dann drehe ich mich um und steige die Stufen hoch, die zurück auf die große Haupt-Aussichtsfläche führen. Wir gehen noch ein paar Meter weiter und entdecken weitere tolle Aussichtspunkte. Diesmal ist aber wirklich keine Zeit zum Verweilen. Ein allerletzter Blick, dann machen wir uns auf den Weg nach unten.

Es dauert keine Stunde, bis wir unten angekommen sind. Vor uns erstreckt sich der Strand, das Meer und ein paar hundert Meter weiter die Stadt. Auch von hier unten sieht all das schön aus, sehr schön sogar. Doch es ist nichts gegen die Aussicht von dort oben, von der Spitze des Mount Maunganui, die darüber hinausragt. Diese Aussicht ist nämlich nicht einfach nur schön. Sie ist traumhaft, faszinierend, atemberaubend. 

Der Aufstieg war anstrengend und schweißtreibend, aber für das Keuchen und Schwitzen wurden wir mit der fantastischsten Aussicht belohnt. Das war mal wieder ein Beweis dafür, dass sich Anstrengung und Durchhaltevermögen am Ende immer auszahlen. 

Live, in Farbe, unverfälscht

Ein warmer Frühlingstag. 20 Grad und Sonnenschein. Ich sitze am Strand, meine hochgekrempelten Hosenbeine sind durchnässt, an meinen Beinen klebt Salz und Sand. Ich lasse meinen Blick durch die Umgebung schweifen, hin und her, schaue mir alles ganz genau an. Auf dem Handy sind mittlerweile genug Bilder, es bleibt jetzt in der Tasche. Ich will alles mit eigenen Augen sehen: Den kilometerlangen Strand, der mit unzähligen Muscheln übersäht ist, das Meer, welches in vielen verschiedenen Blautönen schimmert, die Wellen, die in regelmäßigen Abständen die Fuß- und Pfotenabdrücke der Spaziergänger wegspülen und den Sand als eine glatte, makellose Oberfläche zurücklassen. Aber es gibt hier noch so viel mehr zu realisieren, noch andere Sinne zu nutzen. Zwischendurch schließe ich meine Augen, um für eine Weile dem Rauschen der Wellen und dem Säuseln des Windes zu lauschen. Ich vergrabe meine Hände und Füße im Sand, der so weich ist, dass man ihn mit Samt verwechseln könnte. Ich spüre den Wind in meinen Haaren, atme ein, lasse die frische Meeresluft durch meine Lungen strömen und atme sie wieder aus, nur um neue hereinzulassen. Meine Sinne nehmen auf, was keine Kamera der Welt festhalten kann. Zumindest nicht so. So intensiv, so überwältigend, so real. Das hier ist real, ich bin wirklich hier, erlebe all das live und in Farbe. Ich sehe es mit meinen eigenen Augen, höre es mit meinen eigenen Ohren. Es ist meine Haut, die all das spürt und diese Luft strömt durch meine Lungen. Ich bin hier, höchstpersönlich. Dieses Bild ist in meinem Kopf gespeichert, nicht auf meinem Handy. Es befindet sich in meiner Erinnerung, nicht in meinen Snapchatmemories. Ja, dort befinden sich ebenfalls Bilder, viele sogar. Aber dieses Bild, genau dieses, ist real. Es ist überall, oben, unten, links, rechts. Es umgibt mich, ich bin ein Teil davon. Hier, an diesem Ort.  Natürlich kann man auf den Auslöser drücken und Fotos hiervon schießen. Tolle Fotos, ja – sie sind wunderschön, beeindruckend. Doch das kommt nicht von den Fotos selbst. Das Motiv an sich ist es, das so wunderschön und beeindruckend ist. Ohne dieses Motiv wären die Fotos gar nichts – und ich habe das Glück, hier zu sein und es mit eigenen Augen zu sehen. Live, in Farbe, unverfälscht. In unzähligen verschiedenen Perspektiven und Winkeln, die nichts mit der Kamerahaltung zu tun haben. Meine Augen sehen, meine Ohren hören, meine Haut fühlt, meine Lungen atmen. Das alles hier. Jetzt. In Echt. 

 

40 days abroad

Krass, ich bin jetzt schon seit 40 Tagen in Neuseeland. Seit 40 Tagen weg von zuhause, von meiner Familie und meinen Freunden. Wie es mir dabei geht? Super! Ich habe das Gefühl, dass mir diese Reise gut tut und dass es die richtige Entscheidung war, sie anzutreten. Natürlich läuft nicht immer alles reibungslos (das perfekte Beispiel dafür ist unser kurzer Aufenthalt in Nhigaruawahia), Pläne können nicht immer so umgesetzt werden wie gedacht und müssen manchmal innerhalb kurzer Zeit komplett geändert werden. Ab und zu müssen dringend Lösungen her, dabei weiß man nichtmal, wo man sie hernehmen soll weil der Kopf viel zu voll ist, um welche zu finden. Aber irgendwie haben wir es bisher immer geschafft, unsere Probleme zu lösen und wie das eben oft so ist ist aus der ein oder anderen miesen Situation, die eine kurzfristige Planänderung erforderte, eine viel bessere hervorgegangen. Daran sieht man, dass man sich von Rückschlägen nicht entmutigen lassen sollte, da diese oftmals nur dazu da sind, einen den Anlauf nehmen zu lassen, den man braucht um in eine neue, ungewisse Situation zu springen, die sich im Endeffekt als viel toller herausstellt als es die vorherige gewesen wäre und sich zu einem echten Highlight entwickelt.

Wie ihr merkt habe ich bereits einige Lektionen gelernt, die mir in meinem zukünftigen Leben sicherlich weiterhelfen werden. Ich musste auch schon des Öfteren über meinen Schatten springen und mich Dinge trauen, die mich vorher nervös gemacht und mir Angst eingejagt haben. Plötzlich ist das alles gar nicht mehr so schlimm und kein Grund zur Panik. Ich weiß nicht, ob diese Einsicht nur temporär ist, aber ich habe das Gefühl, dass dies nicht der Fall und sie nun fest in mir verankert ist.

All diese Erkenntnisse sind für mich Grund genug, zu sagen, dass diese Reise sich für mich gelohnt hat und dies immernoch tut. Ich bin sehr gespannt auf das, was noch kommt, die Dinge, die wir noch erleben, die Situationen, in die wir noch geraten und die Wege, die wir dann finden werden, um damit umzugehen. Ich bin mir dessen bewusst, dass auch in der nächsten Zeit bestimmt nicht immer alles perfekt laufen wird und wir wahrscheinlich noch das ein oder andere Mal umplanen werden müssen, aber ich glaube daran, dass wir das schaffen und jede noch so schwierige oder komplizierte Situation meistern werden. Es heißt ja, man soll immer das Gute in jeder Situation sehen und darum werde ich versuchen, eines im Hinterkopf zu behalten: Man wächst nur an Dingen, die einen fordern, einem etwas abverlangen. Wir werden an Problemen und negativen Erlebnissen wachsen und stärker als zuvor aus der jeweiligen Situation hervorkommen. Auf dieser Reise sind wir dazu gezwungen, unsere Probleme selbst zu lösen, denn zu Mami und Papi rennen können wir nicht – dafür sind sie viel zu weit weg. Natürlich sind sie immer für uns da und stehen uns mit ihrem Rat zur Seite. Aber die Tat, das Handeln, ist uns überlassen. Wir sind die Einzigen, die uns aus einem Tief herauskämpfen und zurück nach oben klettern können und das ist auch gut so. Denn dadurch lernen wir, zu klettern und uns gut festzuhalten, damit wir nicht fallen. Sollte das doch einmal passieren, stärkt es unser Durchhaltevermögen, da wir wieder von vorne anfangen müssen zu klettern. Aber irgendwann werden wir oben sein und die Belohnung erhalten: Die Aussicht auf den bezaubernden Regenbogen, der sich nach jedem Unwetter am Himmel abzeichnet und mit seinen wunderschönen Farben fasziniert.

Work&Travel | Greetings from Taupo

Wie einige von euch vielleicht bereits auf Instagram gesehen haben haben wir die Pferderanch mittlerweile verlassen und sind weitergezogen – nach Taupo, einer Stadt im Süden der Region Waikato. 

Die letzte Woche haben wir in einem Retreat&Conference Center verbracht und gegen Essen und Unterkunft gearbeitet. Die Chefs, die festen Angestellten, sowie die anderen Wwoofer (Volunteers) waren alle super lieb, lustig und cool drauf – wir haben uns sofort wohl gefühlt. 

Heute sind wir dann bei einer neuen Gastfamilie eingezogen, die ebenfalls in Taupo lebt und dort ein eigenes Helikopterbusiness führt. Bisher ist alles top hier, wir fühlen uns wohl und genießen den traumhaften Ausblick, der sich einem von absolut jeder Seite des Grundstücks bietet. Wiesen, Weiden, Berge, Kühe, Schafe, Pferde – das, meine Lieben, das ist Neuseeland, wie ich es mir immer vorgestellt habe. Einfach atemberaubend! 

Wir sind gespannt, was wir hier noch so alles erleben werden – ich werde euch auf dem Laufenden halten. 

Work & Travel |Wenn Pferdeäpfel einsaugen plötzlich das Highlight des Tages ist…

Heute sind wir genau 21 Tage in Neuseeland. Drei Wochen! Dabei kommt es uns viel länger vor, als seien wir seit Monaten hier. Krass, wie das Zeitgefühl einen täuschen kann, wenn man viel Neues und Spannendes erlebt. Sightseeing in Auckland, Nannys auf Zeit für das süßeste kleine Kiwimädchen ever, filmreife Flucht vor der Chaos-Gastfamilie, stundenlange (erfolglose) Jobsuche in Hamilton, Kurztrip nach Raglan, Spontan-Einzug bei einer Hostmom mit Pferderanch… das ist nur der Schelldurchlauf. Jeder diese Punkte ist natürlich mit vielen weiteren kleinen Erlebnissen verbunden, die unsere bisherige Zeit hier in Neuseeland geprägt haben.

Die Zeit, in welcher man ein Work&Travel macht, ist einfach komplett anders als die, die man zuhause in der gewohnten Umgebung verbringt. Egal was man macht, alles ist neu und aufregend. Man sammelt so viel wertvolle Lebenserfahrung, lernt viele unterschiedliche Menschen aus aller Welt kennen und wird selbstständiger, da man Probleme und Konflikte selbst lösen muss und nicht einfach so zu Mami und Papi rennen kann, wenn etwas schiefläuft. Klar kann man mit ihnen schreiben oder telefonieren, sich Tipps holen. Aber lösen muss man die Situation letztendlich selbst. Das haben meine Freundin und ich jetzt schon des Öfteren gemerkt und siehe da: Wir haben es bisher immer irgendwie geschafft, uns aus den Tiefs und Krisen herauszumanövrieren. 

In der jüngsten Krise befanden wir uns erst letzte Woche: Wir waren nach der Flucht vor unserer Gastfamilie und 2 Übernachtungen in Hamilton für eine Nacht in einem Hostel in Raglan eingebucht und uns standen 12 weitere Tage ohne Gastfamilie und damit entweder weitere hohe Ausgaben oder eben Obdachlosigkeit bevor. Von den meisten Hosts, die wir angeschrieben hatten haben wir entweder Absagen oder gar keine Antworten erhalten. Als wir es schon fast aufgegeben und uns quasi schon auf der Straße gesehen hatten, erhielten wir dann eine positive Rückmeldung von einer Frau, die eine Pferderettungsfarm besitzt und bereit war, uns für ein paar Tage bei sich aufzunehmen. Einen Tag später sind wir schon bei ihr eingezogen.

Seitdem greifen wir ihr hier jeden Tag unter die Arme, helfen mit den Tieren und dem Haushalt und kochen abends auch des Öfteren das Dinner. Wir cruisen tagtäglich mit dem Quad auf dem 8 Hektar großen Gelände herum und erledigen damit einen Großteil unserer Aufgaben. Zuerst holen wir Baleage (das Futter für die Tiere), danach verteilen wir dieses an die Kühe und Pferde auf den Weiden und dann kommt das Highlight jeden Tages: Das Einsaugen von Pferdeäfpeln.

Ja, das macht tatsächlich richtig Spaß! Eine fährt das Quad und die andere saugt die „horse poo“ ein – mit einem Gerät, welches hinten ans Quad gehängt wird. Man muss nur den Schlauch über die Haufen halten und schon werden sie Stück für Stück eingesaugt. Man selbst kommt damit gar nicht in Berührung und es stinkt überhaupt nicht, weshalb es auch null eklig ist. Es ist sogar super lustig, besonders wenn die Fahrerin ohne Vorwarnung aufs Gas drückt, die andere fast vom Quad fällt und unter panischem Schreien versucht, sich oben zu halten. Wir hatten schon den ein oder anderen Lachflash bei unserer morgendlichen Quad-Runde. Auf die freuen wir uns auch immer am meisten, sie ist echt immer unser Highlight.

Schon irgendwie witzig… früher hätte ich mir nie träumen lassen, dass ich mal Spaß daran haben würde, Pferdeäpfel von Weiden zu saugen. Darauf hätte ich wirklich null Bock gehabt und jedem, der was anderes behauptet hätte, hätte ich den Vogel gezeigt. Aber wie gesagt: Ein Work&Travel ist etwas ganz anderes. Man tut Dinge, die man sonst nie tun würde und hat sogar Freude daran.

Ich bin eigentlich so eine Person, die oft und gerne einfach nur zuhause relaxt, Serien schaut, die sozialen Medien checkt und schläft. So sah mein After-Abi-Leben einige Zeit lang aus und ich habe es wirklich sehr genossen. Aber jetzt bin ich hier, mache jeden Tag etwas, gehe raus, arbeite, erkunde die Umgebung. Das kann ganz schön anstrengend sein und abends bin ich immer total müde – aber happy. Denn ich erlebe viel, entdecke, was es in der Umgebung so zu entdecken gibt, lerne die Nordinsel Neuseelands kennen. Das ist doch der Hammer!

Ich liebe es, zu reisen, neue Plätze und Orte zu besuchen, die Welt zu erkunden. Das ist absolut mein Ding und gerade habe ich die Möglichkeit, all das zu tun. Von Deutschland aus gesehen ist Ozeanien das „andere Ende der Welt“ und ich bin hier. Ich bin am anderen Ende der Welt. Ist das nicht krass?? So weit weg und so vieles ist anders. Die Landschaft, die Strände, das Meer, Flora und Fauna. Alles so wunderschön. Die Menschen – Maori, Kiwis, Auswanderer, andere Backpacker. Alle so freundlich und hilfsbereit und auch viel offener als in Deutschland – ich liebe diese Mentalität! Nach einiger Zeit springt sowas auch auf einen selbst um, was wir mittlerweile auch schon bemerkt haben. Wir gehen offener auf andere Menschen zu, haben weniger Probleme damit, Leute anzusprechen, Fragen zu stellen oder auch Hitchhiking zu machen, also per Anhalter zu fahren, was hier viel sicherer und „normaler“ ist als in Deutschland.

Ihr merkt also: Ich fühle mich wohl hier und genieße es, herumzureisen und neue Erfahrungen zu sammeln. Ich habe Spaß an Dingen, die ich normalerweise nie tun würde und versuche öfter, etwas Positives in Situationen zu sehen, über die ich mich sonst aufregen würde. Das klappt zwar nicht immer, aber ich versuche es wenigstens. Ich merke also schon, dass das Work&Travel mich positiv verändert und hoffe, dass das auch weiterhin so sein wird.

Übermorgen geht es weiter in die nächste Stadt – dort warten weitere Abenteuer auf uns und wir sind beide schon sehr gespannt und freuen uns darauf. Ich werde euch auf dem Laufenden halten!

Kurzes Update|Messi-Albtraum in Ngaruawahia

Vielleicht haben es einige von euch bereits auf Instagram gesehen – wir sind momentan in Hamilton und haben die letzte Nacht in einem Hotel verbracht. Heute übernachten wir in einem Backpackerhostel. Eigentlich sollten wir seit gestern bei unserer zweiten Gastfamilie sein und bis nächsten Sonntag dort bleiben. Wir waren gestern auch dort – für ungefähr zwei Stunden. Länger haben wir es dort nicht ausgehalten…

Die Leute waren an sich super lieb und freundlich, aber das Haus war ein Albtraum. Der Eingangsbereich war mit allem möglichen Kram vollgestellt, auf dem Küchenboden lagen Essensreste, im Wohnzimmer stand/lag überall etwas rum und der Teppich war dreckig. Das schlimmste war aber, dass es wohl niemand für notwendig erachtete, nach dem Toilettengang abzuspülen und es daher oben im WC sowie im gesamten Untergeschoss penetrant nach Urin roch. Es war wirklich richtig eklig, ohne Spaß!

Dass bei einer Familie mit so vielen Kindern (7 leben zuhause, 4 sind bereits ausgezogen) so Einiges rumliegt und es nicht immer ganz so sauber ist, ist ja verständlich und nicht so schlimm. Aber das war wirklich richtig krass. Wir hätten in einem „Container“ außerhalb des Hauses schlafen sollen. Darin war es eiskalt (trotz portablem Heater) und es hingen Spinnenweben an den Lampen und in den Ecken. Um die sich im Inneren des Hauses befindliche Toilette zu erreichen hätten wir raus in die Kälte gehen und durch den Matsch waten müssen… Wir haben uns absolut nicht wohlgefühlt und einfach nur geekelt. Auch wenn die Familie an sich super nett war – wir konnten dort nicht bleiben.

Also sind wir noch am selben Abend in ein Hotel in Hamilton gegangen, welches wir durch ein günstiges Last Minute Angebot bekommen haben. Heute sind wir in ein noch günstigeres Backpackerhostel umgezogen, wo wir bis morgen früh bleiben. Morgen geht es dann weiter nach Raglan, wo wir unbedingt die Bridal Veil Falls sehen wollen – die sollen wunderschön sein.

 Ich werde euch weiterhin updaten und auch mit Bildern versorgen. Wenn ihr Genaueres zu unserer Reise lesen und auch ab und zu VLOGs sehen wollt, könnt ihr gerne auf unserem Travelblog vorbeischauen!

Ganz liebe Grüße aus Neuseeland, wo ich jetzt schon gefühlt mehr Regen gesehen habe als in meinem gesamten vorherigen Leben. Frühling, wo bist du? 

Kurzes Update

Wir sind bei unserer ersten Gastfamilie eingezogen – wie gut, dass wir sie gefunden haben! Die Familie ist super, alle sind total lieb und offen und die kleine Tochter ist so unfassbar süß. Den Hund habe ich auch schon ins Herz geschlossen und ich habe das Gefühl, dass das auf Gegenseitigkeit beruht. Wir helfen hier im Haushalt, gehen mit dem Hund spazieren und kümmern uns um die Kleine. Das sind unsere Aufgaben, ansonsten haben wir viel Zeit, die Umgebung zu erkunden oder uns auch einfach mal auszuruhen. Wir waren gestern mit dem Hund am Strand, der nur wenige Gehminuten vom Haus entfernt und einer von mehreren Stränden hier in der Nähe ist. Wir waren direkt fasziniert davon, weil alles so wunderschön aussah. Die meiste Zeit mussten wir über kleine Felsen und Steine klettern, weil das Wasser schon wieder ziemlich weit vorne war und wir nicht durchwaten wollten. Das war auf jeden Fall ein richtig tolles, spannendes Erlebnis und absolut nicht vergleichbar mit den Gassigängen mit meinem Hund in Deutschland. Dem würde es hier sicherlich auch gefallen, denn die alten Gassirouten sind doch schon so ausgelutscht… 😀 Aber genug erzählt, ich zeige euch lieber mal ein paar Bilder. 


Wunderschön, oder? Ich bin auf jeden Fall in love mit Neuseeland und dieser Landschaft – ein Traum!