9 Dinge, die ich auf der Reise gelernt habe

Wie ihr wisst habe ich die letzten Monate im Ausland verbracht. Genauer gesagt: In Neuseeland und Australien. 4 Monate sind eine gute Freundin und ich herumgereist, haben viele tolle (und auch nicht so tolle) Orte besucht, eine Menge gesehen und erlebt und sehr viel dazugelernt.

Ich habe unterwegs des Öfteren gemerkt, dass ich mich verändert habe und über gewisse Dinge anders denke als vorher. Sein gewohntes Umfeld verlassen, die Welt bereisen, lange von zuhause weg sein: All das prägt und verändert einen, eröffnet neue Horizonte und liefert eine riesige Portion neues Wissen. Einige der wichtigsten Dinge und Lektionen, die ich auf der Reise gelernt habe, habe ich für euch aufgeschrieben.

  • Probleme kann ich tatsächlich ohne die Hilfe meiner Eltern lösen, wenn ich muss

Aha, ich kann also doch ganz schön selbstständig sein, wenn Mami und Papi nicht in der Nähe sind, um mich zu „retten“. Gerade wenn man (noch) zuhause wohnt neigt man oft dazu, bei Problemen und Krisen zu den Eltern zu rennen und sich (heraus-)helfen zu lassen. Daran ist ja auch überhaupt nichts Verwerfliches, aber es sollte eben nicht in jeder noch so winzigen Situation so sein und kann vorallem nicht für immer so bleiben.
Deshalb bin ich im Nachhinein doch ziemlich froh darüber, dass ich im Ausland gelernt habe, Probleme selbst (bzw. gemeinsam mit meiner Freundin, da sie meistens uns beide betrafen) zu lösen. Das heißt natürlich nicht, dass wir nicht ab und zu zuhause um Rat gefragt haben, aber im Endeffekt waren wir diejenigen, die uns aus Krisen herausmanövriert haben und nicht unsere Eltern – und das war auch gut so!

  • Manchmal ist Nachgeben die beste Möglichkeit, um Streit zu vermeiden

Wenn man 4 Monate lang 24/7 aufeinanderhockt kann es natürlich mal passieren, dass man aneinandergerät. Meinungsverschiedenheiten sind völlig normal und auch kleine Zoffs gehören dazu. Damit diese jedoch nicht in große Streits ausarten, ist es manchmal am Besten, nachzugeben, anstatt mit dem Kopf durch die Wand zu wollen und stur auf der eigenen Meinung zu beharren.
Wenn man mit einer anderen Person unterwegs ist kann man eben nicht immer nur machen, was man will und immer nur genau das unternehmen, worauf man selbst am meisten Lust hat. Man sollte auch Rücksicht auf die Wünsche und Vorstellungen des anderen nehmen, wenn man Streit vermeiden will. Idealerweise wird ein Kompromiss gefunden, aber wenn es keins gibt, schadet es auch nicht, ab und zu mal nachzugeben.

  • Es bringt nichts, sich ständig über alles aufzuregen

Klar gibt es Dinge, die einen wahnsinnig machen und so richtig zur Weißglut bringen können. Ich sage ja nicht, dass ich mich über gar nichts mehr aufrege, denn so ist es definitiv nicht, aber ich habe gemerkt, dass es überhaupt gar nichts bringt, sich ständig über alles und jeden aufzuregen. Klar kann man sich ärgern, genervt sein oder die Augen verdrehen, aber warum sollte man gleich komplett eskalieren und an die Decke gehen? Manche Dinge, die einen aufregen, sind so nichtig und klein, dass sie den Stress gar nicht wert sind. Ich versuche stets, entspannt an solche Kleinigkeiten ran zu gehen und sogar darüber zu lachen. Das macht mich selbst und andere doch viel glücklicher als Stress zu schieben.

  • Ich kann mich sehr glücklich schätzen, in einem Land wie Deutschland zu leben

Das soll nicht heißen, dass das Leben in Neuseeland und Australien nicht schön ist, denn das ist es definitiv. Die Menschen sind super entspannt, unglaublich freundlich und total hilfsbereit und ich finde, dass wir Deutschen uns davon mal eine ordentliche Scheibe abschneiden sollten.

Ich rede also gar nicht vom Zwischenmenschlichen, sondern eher von der Hygiene und den Lebensbedingungen/Zuständen an manchen Orten. Viele Häuser sind total heruntergekommen und sehen besonders von außen aus wie Bruchbuden, unabhängig vom finanziellen Wohlstand der Bewohner. Auch viele Normal- und Gutverdienende leben in Häusern, die man bei uns so nur in sehr armen Vierteln sieht. Schön angelegte Nachbarschaften mit vielen hübschen Häusern und gepflegten Gärten wie wir sie in Deutschland haben, haben wir dort nur selten gesehen und unsere Lebens- und Wohnzustände hier oft doch sehr vermisst.

  • Guter Wasserdruck und einfache Temperaturregelung sind nicht selbstverständlich

Beides war in Down Under oft katastrophal… Man stand teilweise echt fast doppelt so lange unter der Dusche wie normal, weil das Shampoo einfach nicht aus den Haaren gehen wollte und hat des Öfteren mal kurze Hitze- oder Kälteschocks bekommen, wenn man auch nur minimal am Temperaturregler gedreht hat.

  • Permanenter Zugang zu frischem, gesundem Essen auch nicht

Das schlimmste ist wohl das „Brot“ dort unten. Selbst ein braungebackener, knusprig aussehender Laib stellt sich beim Aufschneiden als etwas dunkleres Toastbrot heraus. So fühlt es sich zumindest an – und es schmeckt auch so! Macht null satt und ist super ungesund. Sogar die Einwohner selbst haben uns gesagt, wie toll unser deutsches Brot im Vergleich dazu ist und damit haben sie absolut Recht. Es ist wirklich eine ganz andere Liga und nicht umsonst ein UNESCO Weltkulturerbe.

Natürlich kann man in Down Under auch Obst, Gemüse, Vollkornprodukte und andere gesunde Nahrungsmittel kaufen – nur leider sind die unglaublich teuer. 5 Dollar für eine einzige (!) Paprika oder Avocado… what about NO?

  • Mama hat Recht, wenn sie sagt, dass „hier und da mal ein Euro (Dollar)“ sich ganz schnell anhäuft und plötzlich ein großer Geldbetrag weg ist

Das wollte ich Früher einfach nicht glauben oder einsehen, aber auf der Reise ist mir des Öfteren bewusst geworden, wie sehr diese Aussage stimmt. Hier mal was einen Frappucino, da mal einen Frozen Yoghurt und dann doch mal etwas teurere Dinge wie Fleisch und Gemüse und schon sind 20 Dollar weg. Das mehrmals in der Woche und dann hat man alleine für Lebensmittel schon mal 80-100 Dollar weg – Ausflugstickets/Eintritte und Fahrkarten für öffentliche Verkehrsmittel noch nicht mit eingerechnet!

  • Einen Kleiderschrank und ein eigenes Bett zu haben ist echter Luxus

Wir haben 4 Monate lang aus Kleiderbeuteln gelebt und nur selten das Glück gehabt, unsere Klamotten in einen Schrank einräumen zu können. Auf Dauer ist es echt super nervig, in Beuteln wühlen zu müssen, wenn man sich an-/oder umziehen möchte, zumal in diesen schnell Chaos entsteht, da sie beim Transportieren oft im Backpack herumrutschen. Ich habe meinen Kleiderschrank und die ordentlich zusammengelegten und nach Sommer und Winter sortierten Kleidungsstücke sooo sehr vermisst.
Noch mehr Heimweh hatte ich allerdings nach meinem gemütlichen Bett zuhause, in dem ich mich so breit machen kann, wie ich möchte, ohne jemand anderen dabei versehentlich herauszukicken. Wir mussten uns in den 4 Monaten fast immer entweder ein Bett teilen oder hatten gar keins und mussten stattdessen auf der Couch schlafen. Es war immer entweder eng, ungemütlich oder auch gleich beides aufeinmal – und ab und zu auch noch eklig (voller fremder Haare und Flecken). Ihr glaubt gar nicht, wie sehr wir uns beide auf unsere eigenen Betten (für uns alleine!) gefreut haben.

  • Einfach fragen, das „Schlimmste“ was passieren kann ist ein „Nein“

Eigentlich habe ich ja eine ziemlich große Klappe, aber was diesen Aspekt angeht war ich früher ziemlich schüchtern. Ich habe mich einfach nicht getraut, Leute anzusprechen, wenn ich etwas fragen wollte. Im Ausland musste das allerdings des Öfteren mal getan werden, denn als Nicht-Ortsansässige brauchten wir nicht selten mal Wegbeschreibungen, ein Handy, um ein Telefonat mit unseren Hosts zu führen (wir hatten keine Inlands-Flat) oder auch einen Job. Nach einiger Zeit habe ich mich endlich immer öfter getraut, Telefonate mit potentiellen Arbeitgebern zu führen, in Geschäfte reinzulaufen und an der Kasse nach einem Job zu fragen oder auch wildfremde Menschen darum zu bitten, uns ihr Handy für ein Telefonat zu leihen. Das mag sich doof anhören, aber ja, für mich waren das alles große und wichtige Schritte, die ich froh bin, gemacht zu haben. Zum Glück sind die Menschen dort super freundlich und versuchen zu helfen, wo sie können.


Das waren die wichtigsten Lektionen, die ich auf der großen Reise gelernt habe. Nicht nur, aber auch wegen dieser bin ich super froh, sie gemacht zu haben und bereue meine Entscheidung, nach dem Abitur erstmal „Pause“ zu machen, absolut nicht. Mir war und ist es nach wie vor wichtig, erstmal etwas mehr Lebenserfahrung zu sammeln und eigenständiger zu werden, bevor ich mein Studium beginne und ich denke, dass die Reise einen riesigen Teil dazu beigetragen hat, dass ich mich mittlerweile reifer und selbstständiger fühle und manche Dinge anders anzugehen versuche als früher.

Die Zeit in Down Under war also ein wichtiger Schritt in meiner/unserer Persönlichkeitsentwicklung. Sie war aufregend und spannend und wir haben soo so viele neue Erfahrungen gesammelt und Erinnerungen geschaffen, die uns keiner mehr nehmen kann.

Nichtsdestotrotz bin ich super froh, jetzt wieder zuhause zu sein und meine Familie und Freunde wiederzuhaben, denn die habe ich alle echt ziemlich vermisst. Außerdem ist jetzt wieder mehr Zeit für den Blog – bald werden endlich wieder mehr Mode- und Beautythemen kommen. Ich freue mich sehr auf die kommende Zeit!

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