Die Augen machen die besten Bilder

Kennt Ihr das? Diese Momente, in denen man sich komplett frei fühlt, pures Glück spürt und realisiert, wie gesegnet man eigentlich ist? Ich befinde mich gerade in so einem Moment, oder eher einer ganzen Reihe davon.

Ich sitze auf dem Dach eines Bootes, welches vor Magnetic Island auf dem Wasser treibt. Unser Couchsurfinghost lebt hier bereits seit vielen Jahren und lässt immer wieder Reisende aus aller Welt in seinem schwimmenden Zuhause übernachten. Ich kann gar nicht beschreiben, wie glücklich und dankbar ich bin, dass wir den heutigen Tag hier verbringen konnten und nun eine Nacht auf dem Boot schlafen dürfen.

Vor wenigen Stunden wurden wir Zeugen eines wunderschönen Sonnenuntergangs und des fantastischen Farbenspiels am Himmel. Der krönende Abschluss war der Vollmond, welcher sich zuerst über eine Stunde lang durch das Erleuchten des dunkelgrauen Himmels und der Wolken angekündigt hat, langsam hinter einer Bergkuppe erschienen und dann plötzlich unfassbar schnell aufgestiegen ist.

Ich konnte und kann nach wie vor gar nicht glauben, dass ich das alles tatsächlich sehen und erleben darf. In Australien. Auf einem Hausboot. Am Horseshoe Bay auf Magnetic Island. Das alles fühlt sich so surreal an, als sei es ein Traum. Wenn ich meinen Kopf hebe und nach oben schaue, wo der Mond am Himmel thront während unzählige Wolken über, unter und vor ihm vorbeiziehen, meinen Blick weiter wandern lasse und die funkelnden Sterne bewundere, wirkt es als befände ich mich in einem Film mit absolut beeindruckenden Special Effects…

Aber nein, diese „Special Effects“ sind real, 100% echt. Kein Bearbeitungsprogramm der Welt kann mir dieses Gefühl geben, kein Filter oder Effekt schafft es, mich so zu faszinieren wie der Nachthimmel über mir und der bunte, leuchtende Sonnenuntergang vor wenigen Stunden.

Ich bin unfassbar müde, aber will nicht schlafen gehen – wie ein Kind, das Angst hat, etwas zu verpassen. Um ehrlich zu sein habe ich die auch. Ich will nicht vom Dach klettern, mich auf meine Matratze unter dem Dach legen und meine Augen schließen. Denn ich weiß: Wenn ich wieder aufwache, wird der Mond verschwunden und das Naturschauspiel der Wolken, die langsam an ihm vorbeiziehen und von seinem grellen Licht in sanfte Orange- und Brauntöne getaucht werden, vorbei sein. Lieber würde ich die ganze Nacht hier sitzen und zuschauen. Mittlerweile bin ich jedoch wirklich sehr sehr müde und merke, dass ich etwas Schlaf brauche…

Ich werde vielleicht die faszinierenden Vorgänge am Nachthimmel verschlafen, aber dafür wartet morgen früh etwas Neues auf mich: Der Sonnenaufgang über Magnetic Island. Der wird sicherlich ebenso beeindruckend und schön sein wie der heutige Wechsel von Tag zu Nacht.

Diesen habe ich natürlich bildlich festgehalten – ohne Filter und Special Effects. Fast 100% echt, aber nur fast. Denn Fotografien sind eben nicht die Realität – und die ist einfach immer nochmal um Welten schöner als das schönste Foto. Die Augen machen nunmal die besten Bilder.

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