Hello again, Berlin

18 Jahre lang bin ich überall in der Weltgeschichte herumgereist, habe zig Städte, Länder, Kontinente besucht. Nur in Berlin bin ich während dieser ganzen Zeit nicht gewesen. Bis November 2016. Im Rahmen einer Schulexkursion bin ich mit meinem Geschichtskurs in die Hauptstadt gereist. Darüber hatte ich einen Post auf dem Blog veröffentlicht. Damals fiel mein Fazit noch eher ernüchternd aus: „Berlin ist nicht schön.“ – interessant fand ich es, nicht schön. „Nicht schön wie Heidelberg“ habe ich gesagt. Tz, natürlich nicht. Natürlich ist Berlin nicht schön wie Heidelberg. Oder wie Freiburg. Oder Dresden. Oder, oder, oder…

Ist doch klar. Berlin ist eben nicht Heidelberg oder Freiburg oder Dresden. Heidelberg ist auch nicht schön wie Freiburg oder schön wie Dresden und Freiburg oder Dresden sind nicht schön wie Heidelberg. Denn das sind alles verschiedene Städte. Alles schöne Städte, aber jede schön auf ihre Art. Wenn wir jemandem ein Kompliment machen sagen wir doch auch nicht „hey, du bist schön wie Kendall Jenner/Selena Gomez/Rihanna/etc.“ sondern einfach „du bist schön.“ So ist es auch mit Städten. Jede Stadt ist einzigartig, hat etwas, was andere Städte nicht haben. In jeder Stadt gibt es schöne Plätze, aber auch unschöne, dreckige, triste Ecken.

Das ist mir klar geworden, als ich Anfang Juli erneut in Berlin war, diesmal mit meinem Papa. Ich habe mehr von der Stadt gesehen als Museen und Ausstellungen. Zwar hatten wir nichtmal ganz zwei Tage in der Hauptstadt und konnten bei Weitem nicht alles anschauen, aber die kurze Zeit hat ausgereicht, um meine Meinung komplett zu ändern. Doch, Berlin ist schön. Schön wie Berlin. Nicht alle Ecken und nicht jeder Kiez natürlich. Aber es gibt viele tolle, schöne Orte und Plätze in Berlin.

Nicht nur Berlins Optik, sondern auch die Atmosphäre habe ich ganz anders wahrgenommen. Es ist immer was los. Das deutsche Pendant zu New York, die Stadt die niemals schläft. Es sind immer Menschen unterwegs, Tag und Nacht. Wenn abends aufgrund von Lärmbelästigung die Bürgersteige hochgeklappt werden müssen, geht die Action drinnen weiter. Essen gehen um 22:30 Uhr? Kein Problem. Das hat mich ziemlich geflasht, denn da wo ich her komme kann man um die Uhrzeit höchstens noch auf Burger King, McDonald’s und Co. setzen. Dieser Trubel, diese vielen Menschen, das (Nacht)Leben – für mich ein kleiner Kulturschock, positiv gemeint. Eine willkommene Abwechslung.

Mein Vater und ich haben uns mit einer Freundin, die in Berlin wohnt, getroffen und stundenlang mit ihr gequatscht. Sie ist auch erst kürzlich dort hingezogen und bereut es kein Stück. Sie genießt die Offenheit und Lockerheit der Menschen. In Berlin interessiert es niemanden, ob du eine rote Hose und grüne Schuhe trägst – sowas in der Art sagte sie. Es hat auch niemanden gewundert, als ich im Restaurant meine Spiegelreflexkamera rausgeholt und Fotos gemacht habe. Ständiges Fotografieren, immer und überall – in Berlin kein Grund zur Verwunderung. Deshalb sehe ich dort auch viele Chancen für mich und the marquise diamond. Ich bin gerade dabei, mich um Unibewerbungen zu kümmern und tendiere momentan sehr stark zu Berlin als Studienstandort. Noch steht aber nichts 100% fest – wenn ich dann aber weiß, wo es mich hinverschlägt, werdet ihr es natürlich erfahren.


Ich habe es ja schon weiter oben erwähnt: Ich hatte meine Kamera im Schlepptau und habe ordentlich fotografiert und auch meinen Papa eingespannt, um Fotos von mir zu bekommen. Ein paar Eindrücke von meiner zweiten Berlinreise, die meine Einstellung zu der Stadt so verändert hat, zeige ich euch jetzt.


Wir waren bei einem Italiener im Bergmannkiez um zu Abend zu essen. Die Straße an sich sieht eher unscheinbar aus und auch das Restaurant ist nicht sehr auffällig. Aber das Essen ist 1A.

Die Vorspeisen waren hübsch angerichtet und haben richtig gut geschmeckt.

Besonders der Ziegenkäse auf Süßkartoffelstampf hat es mir angetan – ich bin sowieso ein Ziegenkäsefanatiker.

Diese Pizza – top. Tomaten, Schinken und Salami, überbacken mit Ziegenkäse. Hört sich zuerst vielleicht nicht unbedingt passend an, aber hat sehr gut geschmeckt. Sogar mein Papa, den man mit Ziegenkäse normalerweise jagen kann, fands gut.

Ich liebe solche Restaurants, die man durch Insidertipps kennenlernt und nicht in jedem Reiseführer findet. Denn dort schmeckt es manchmal viel besser als in denen, die jeder Tourist sofort entdeckt und die total überrannt sind.

Am nächsten Tag waren wir zwischen den Uni-Beratungsterminen unter anderem in einem Park und am Potsdamer Platz unterwegs.

Am Brandenburger Tor waren wir natürlich auch. Dieses finde ich einfach beeindruckend – schon bei meinem ersten Berlinbesuch hat es mich irgendwie fasziniert.

Zur East Side Gallery wollte ich unbedingt. Aus Zeitgründen habe ich diesen Wunsch fast schon wieder aufgegeben, letztendlich hat es dann aber doch geklappt. Ich war total überwältigt und wäre am liebsten die komplette Mauer entlanggelaufen, aber mein Papa hat dann etwas gedrängelt, weil wir weiter mussten. Aber ein wenig Zeit konnten wir dort trotzdem verbringen und ich muss sagen, dass mir der Ort sehr gut gefällt. Es ist meiner Meinung nach auf jeden Fall einer der schönen Plätze Berlins. Der Blick auf die Spree und die Oberbaumbrücke ist toll und bei so sonnigem, warmen Wetter wie wir es erwischt hatten, lässt es sich dort sicherlich super relaxen.


So, das war ein kleiner Einblick in meine zweite Hauptstadtreise. Ich bin jetzt wie gesagt ganz offiziell Berlin-Fan und spiele auch ernsthaft mit dem Gedanken, nächstes Jahr dort hinzuziehen.  Sollte ich das tun, werdet ihr Berlin regelmäßig im Hintergrund meiner Fotos sehen. Aber ob als Einwohnerin oder als Besucherin: Berlin, du wirst mich wiedersehen!

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